Zecken - Kleintierpraxis Borgers

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Zecken

Welche Zecken kommen bei uns vor?

1. Holzbock (Ixodes ricinus):


- insgesamt gibt es 12 Ixodesarten, von denen nur 3 auf Haustieren parasitieren; die Restlichen sind wirtsspezifisch für bestimmte Wildsäuger und Vögel.

- häufigste unserer Zeckenarten, kommt sogar in Höhen bis 2000m vor

- bevorzugtes Biotop sind Wälder mit dichtem Unterholz und angrenzenden Waldlichtungen

- beim Hund die häufigste, bei der Katze die einzige Zeckenart

- Befall hauptsächlich von April bis Ende September

- geringere Aktivität in den trockenen Sommermonaten; bei milder Witterung auch in der kalten Jahreszeit (7-10°C) etwas aktiv; "überwintert" bei großer Kälte im Boden (bis 10cm tief)

- 3 Lebensstadien: Larven, Nymphen, Adulte

- Larven: 0,5mm, sechsbeinig, leben dicht über dem Erdboden; wichtigster Wirt sind Kleinsäuger und Vögel

- Nymphen: 1mm groß, achtbeinig; befallen alle Körperregionen von Hunden und Katzen; sind auch voll gesogen nur linsengroß (werden häufig übersehen); wichtigste Infektionsquelle

-Adulte: rotbraun bis blaugrau; Männchen 2,2-2,6mm; Weibchen 3-4mm, vollgesogen bis 11mm; befallen werden alle Haus- und Wildtiere; Männchen saugen selten Blut

- Entwicklung und Eigenarten: Weibchen legen nachdem sie vollgesogen sind, ca. 3000 Eier ab (an Steine und Pflanzen); die Larven schlüpfen nach 20-43 Tagen (saugen dann meist an Mäusen Blut); Häutung der Nymphen nach 5-7 Wochen; nach dem Blutsaugen kommt es zur Häutung zur adulten Zecke nach 10-18 Wochen; erneutes Blutsaugen...

- die Entwicklung vom Ei bis zur erneuten Eiablage dauert ca. 1,5-2 Jahre

- alle Entwicklungsstadien saugen nur einmal Blut

- der Holzbock ist blind; Wirtssuche per Geruchssinn (Haller'sches Organ); damit können Hautausdünstungen wie Kohlendioxid, Wärme und Buttersäure wahrgenommen werden

- die Blutaufnahme dauert 4-6 Stunden, wobei regelmäßig Speichel zur Blutverflüssigung injiziert wird

- die Männchen begatten die Weibchen während des Saugaktes

- Zecken können monatelang ohne Nahrung überleben

Lebenszyklus einer Zecke (Bild ist von Essex Tierarznei)

2. Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus):

- ist aus den südlichen Ländern eingeschleppt worden

- lebt in Wohnungen und Hundezwingern; kann sich nicht im Freien vermehren, allerdings findet eine massenhafte Vermehrung in beheizten Räumen statt

-kommt nur beim Hund vor; alle Entwicklungesstadien saugen nur am Hund, Menschen werden nicht befallen


Welche Krankheiten können Zecken (hier hauptsächlich) übertragen?


1. Lyme Disease bzw. Borreliose und Anaplasmose

- Erreger: Borrelia burgdorferii; wichtigster Überträger ist Ixodes ricinus (Holzbock) beim Blutsaugen, bis zu 50% der Zecken sind infiziert
bzw. der Erreger: Anaplasma phagocytophilum

- Frühsymptome: Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen

- Spätsymptome: Gelenkentzündungen, Nierenerkrankungen, Herzfunktionsstörungen, neurologische Strörungen, Tod

- Krankheitsverlauf und Therapiemöglichkeiten:

- Inkubationszeit: Tage bis Wochen

- kurze Fieberperioden 3-4 Tage; Rückfälle 6-12 Tage

- spätere Fieberschübe werden kürzer und Intervalle länger; später fallen die Fieberschübe eventuell aus

- Behandlung mit (Penicillin und) Tetrazycin

- Prophylaxe: Zecken dürfen nicht beißen!

2. FSME - Frühsommermeningoencephalitis

- Erreger: FSME-Virus (Togavirus), Überträger ist Ixodes ricinus (Holzbock)

- Inkubationszeit 7-10 Tage

-Symptome: grippeähnlich mit Fieberintervallen, 4-5 Tage fieberfrei, ZNS-Beteiligung - Meningoencephalitis



Therapie bei Zeckenbefall:

- manuelle Entfernung der Zecken (am besten mit Zeckenzange, sonst bleibt häufig der Kopf in der Haut stecken); Zecke wird mit der Zeckenzange am Kopf gefaßt und mit 1-2 Umdrehungen aus der Haut gedreht (BITTE ZECKE NICHT VORHER MIT ÖL etc. betäufen)

Tip: Will man es ganz genau wissen, kann man die Zecke in eine Labor schicken und sie auf die Erreger in ihr testen lassen (leide ziemlich teuer!)
Darum besser Prophylaxe! (siehe unten)



Prophylaxe bei Zeckenbefall:

- Spot-on Produkte (z.B. Advantix, Exspot)

- Sprays

- Halsbänder (z.B. Sclibor)

- Tabletten

(- Puder)

(- Shampoos)

(zu den genannten Präparaten befragen Sie am besten Ihren Tierarzt! Viele freiverkäufliche Präparate haben nur eine bedingte Wirkung.)


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü