Information über Myxomatose

 

Die Myxomatose wird durch ein besonderes Pockenvirus, das Myxom-Virus, hervorgerufen. Empfänglich sind in erster Linie Haus- und Wildkaninchen, sieht man von einer ausnahmsweise Infektion des Hasen ab. Die Myxomatose ist die am meisten gefürchtete Kaninchenseuche.

 

Die klassische, so genannte Hautform der Myxomatose zeigt sich nach 7-9 tägiger  Inkubation (Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung) in schweren Entzündungen mit Schwellungen und schleimig-eitrigen Absonderungen  im Augen-Nasen-Lippen und After-Genital-Bereich. Hier von hat die Erkrankung auch ihren Namen, der sich von der griechischen Bezeichnung für "Schleim" ableitet. Geschwulstartige Hautverdickungen treten in der gesamten Kopfregion auf (Löwen-Kopf ), besonders am Ohrgrund und den Ohrmuscheln, vereinzelt auch als Hautknoten am übrigen Körper. Nach ein - bis zweiwöchigen Siechtum sterben die Tiere an völliger Abmagerung, Erschöpfung und Lungenentzündung. Die Sterberate kann in einem gefährdeten Tierbestand 100 % erreichen.

 

In Gebieten, in denen die Myxomatose unter den Wildkaninchen grassiert, besteht für die Hauskaninchen eine ständige Bedrohung. Der Erreger kann nämlich nicht nur durch direkten Kontakt weitergegeben werden. Es ist auch eine indirekte Ansteckung mittels belebter und unbelebter Überträger möglich. Neben infizierten Grünfutter, Schuhwerk etc. spielen vor allem blutsaugende Parasiten aller Arten (Stechmücken , Katzen- und -Kaninchenflöhe, Läuse, Milben, Zecken) eine wichtige Überträgerrolle. Auch Bussarde und Krähen können den Erreger beim Kröpfen infizierter Wildkaninchen verschleppen.

 

Die akute Form der Myxomatose kann nicht behandelt werden. Deshalb ist die Seuche nur durch gezielte Vorbeugung zu bekämpfen. Maßnahmen wie Desinfektion und Bekämpfung der Überträgerparasiten sind unumgänglich, aber nicht ausreichend. Sie müssen mit der aktiven Schutzimpfung kombiniert werden.

 

 

 

Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (RHD) - Chinaseuche

 

Diese Kaninchenkrankheit wurde das erste Mal vor Jahren in China beobachtet. Daher stammt die Bezeichnung China-Seuche . Diese Krankheit breitete sich rasch über die ganze Welt aus.

 

Der Erreger dieser Krankheit ist ein Virus, das sowohl Haus - als auch Wildkaninchen befallen kann. Bei schnellen Krankheitsverlauf sterben die Kaninchen in kurzer Zeit, ohne vorher einen kranken Eindruck gemacht zu haben. Manchmal werden vor dem Tod Anzeichen wie plötzliche Appetitlosigkeit, Schwäche, Fieber, Nasenbluten, Atembeschwerden und Erstickungskrämpfe mit Aufschreien beobachtet.

Die Infektion muß nicht immer zum Tode führen , sondern kann bei manchen Kaninchen auch nur milde Krankheitszeichen wie vorübergehende Mattigkeit und Appetitlosigkeit verursachen oder völlig symptomlos verlaufen. Diese Kaninchen scheiden den Erreger in großer Menge über Speichel und Nasensekret sowie über Harn und Kot aus. Deshalb werden die meisten Tiere einer Kaninchengemeinschaft innerhalb von kurzer Zeit angesteckt.

 

Die Viren sind auch in der Umwelt lebensfähig und behalten noch lange ihre ansteckende Wirkung. Aus diesem Grund ist die Übertragung nicht nur bei direktem Kontakt von Kaninchen zu Kaninchen, sondern auch über den Menschen, bei dem die Erreger an Schuhen, Kleidern, oder Händen haften können, sowie über Gegenstände wie Käfige, Trinkgefäße und Einstreu, über die Luft und durch Insekten möglich.

 

Da es keine wirksamen Behandlungsverfahren für erkrankte Kaninchen gibt muß auf die Vorbeugung besonders Wert gelegt werden. Die jährliche Impfung ist ein guter Schutz gegen die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen. Wenn Kaninchen unterschiedlicher Herkunft zusammengebracht werden, sollte man darauf achten, daß alle Tiere mindestens zwei Wochen zuvor geimpft wurden.