Fragen und Antworten zur Borreliose Impfung des Hundes mit MERILYM (von Merial)
Welche Borrelien-Spezies kommen bei uns vor?
Als Erreger der Lyme-Borreliose des Menschen werden unter der Bezeichnung Borrelia burgdorferi sensu lato folgende drei Genospezies zusammengefasst: B. b. sensu stricto, B. b. afzeliiund B. b. garinii. Diese kommen mit regionalen und saisonal unterschiedlichen Verteilungsmustern in Zecken vor. (1, 2)
Welche Spezies sind für die Borreliose des Hundes relevant?
Nur mit B. b. sensu stricto wurde das klinische Bild der Borreliose beim Hund reproduziert. (3) Für die beiden anderen Borrelien-Stämme wurde verschiedentlich Pathogenität vermutet, es liegt aber bisher kein Nachweis einer Pathogenität für den Hund vor. (4)
Welche Borrelien-Spezies enthält Eurican MERILYM (Impfstoff)?
MERILYM enthält als Impfantigen ein europäisches Isolat von Borrelia burgdorferi sensu stricto, also den für den Hund relevanten, pathogenen Erregertyp.
Wie schützt MERILYM?
Die Impfung mit MERILYM induziert protektive Antikörper gegen OspA und OspC. Erstere inaktivieren die Erreger bereits im Zeckendarm, letztere wirken im Wirt (Hund). Im Belastungsversuch über infizierte Zecken wird die Erregerausbreitung im Hund nachweislich unterbunden (5). Die gute Schutzwirkung wird auch dadurch deutlich, dass bei einem Impfaufkommen von ca. 300.000 Dosen MERILYM im letzten Jahr uns keine Impfdurchbrüche gemeldet wurden.
Wie verträglich ist MERILYM?
MERILYM ist gut verträglich. In 2005 sind nur zwei Verdachtsfälle von Nebenwirkungen mitgeteilt worden.
Warum ist die Borreliose-Impfung des Hundes wichtig?
In Deutschland sind bis zu 30% der Holzböcke (Ixodes ricinus) Borrelien positiv. In Zeckenbiotopen lebende Hunde können jedes Jahr mehrfach infiziert werden. Trotz niedriger Erkrankungsrate gibt es tausende von Borreliose-Fällen, die aufwändige Antibiose erfordern, rezidivieren und Spätfolgen haben können. Derartige Erkrankungen können durch Borreliose-Impfungen vermieden werden.
Da Zecken auch noch andere Erreger übertragen, empfehlen sich zusätzlich zur Impfprophylaxe die Zeckenkontrolle nach jedem Spaziergang sowie der prophylaktische Einsatz eines Akarizids, wie z.B. Frontline usw.
1 – Epe C. Et al. (2004): Etablierung eines molekularbiologischen Nachweises bon Borrelia spp. In Zecken und epidemiologische Untersuchung zur artspezifischen Prävalenz in Norddeutschland. DVG-Tagung Parasitologie, Starnberg,
2 – Franke J. et al. (2005): Seasonal patterens in the occurence of Borrelia burgdorferi sensu lato in free living ticks in Thuringia (Germany) determined by two different methods. 10th Int. Conf. Lyme Borreliosis, Wien.
3- Appel M. Et al. (1993): Experimental Lyme disease in Dogs produces arthritis and perisistent infection. J. Infect. Dis. 167, 651-64.
4 – Liebisch, A. U. G. (2003): Zeckenborreliose bei Haustieren. I: Zeckenborreliose Lyme-Krankheit bei Mensch und Tier. Spitta Verlag, Balingen, 4. Aufl., S. 194-240.
5 – Wiedemann C. u. F. Milward (1999): Wirksamkeits- und Vertäglichkeitsprüfungen mit einem neuen Impfstoff gegen Lyme-Borreliose beim Hund. TÄ Umschau 54 (5), 242-249.
externe Links zu Borreliose: Borreliose-Gefahr durch Zecken - lesen Sie dazu das Interview mit Dr. med. vet. Reinhard K. Straubinger, Institut für Immunologie, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig