Haarbalgmilben beim Hund (Demodikose)

Wie erkennen Sie Haarbalgmilben?

Die Haarbalgmilbe des Hundes, Demodex canis, ist nur unter dem Mikroskop (siehe rechtes Bild) zu sehen. Besonders sind junge Hunde betroffen. Sie zeigen zu Beginn Haarlosigkeit an Stellen, die beim Saugen in Kontakt mit dem Muttertier kamen, also an der Schnauze, den Augenlidern, dem Nasenrücken, der Stirn und den Ohren. Es folgt eine Ausbreitung auf Hals, Brust, Bauch und Schenkelfalten. Bei leichten Fällen findet man eine "Brillenbildung" durch Haarausfall rund um die Augen und an den Lidern. Die Veränderungen treten häufig erst nach Absetzen vom Muttertier auf. Oft sind alle Würfe einer Hündin betroffen, wobei es möglich ist, das jeweils nur ein Teil der Welpen Symptome zeigt. Bei älteren Hunden ist diese Krankheit selten. Suchen Sie Ihren Tierarzt auf, wenn bei ihrem Hund Hautprobleme auftreten. Er wird die nötigen Untersuchungen vornehmen, um die Ursache abzuklären.

 

Wie leben Haarbalgmilben?

Der gesamte Entwicklungszyklus läuft innerhalb von 20-35 Tagen im Haarbalg oder den Talgdrüsen ab. Der Wirt wird normalerweise nicht verlassen. Ohne Wirt sind die Milben nur sehr kurz lebensfähig. Über Larve und zwei Nymphenstadien entwickeln sich adulte (=erwachsene) Männchen und Weibchen. In geringer Anzahl sind Haarbalgmilben als normale Bewohner der Haarfollikel und auch der Talg- und Schweißdrüsen anzusehen. Die Übertragung der Milben erfolgt von der Hündin auf die Welpen binnen der ersten Lebenstage. Wenn der Hund geschwächt ist, vermehren die Milben sich stark. Es kann dann, auch bei älteren Hunden, zum Ausbruch der Krankheit kommen. Eine Ansteckung anderer Tiere oder eine Übertragung auf den Menschen wird nach derzeitigem Wissenstand ausgeschlossen. Demodex canis ist streng wirtsspezifisch.

 

Welche Schäden verursachen Haarbalgmilben?

Die Milben stechen die Zellen in den Haarfollikeln zur Nahrungsaufnahme an, wodurch diese zu vermehrter Keratinproduktion angeregt werden. Das Keratin verstopft den Follikelausgang. Es kommt zur Dehnung des Haarbalgs durch Vermehrung der Milben und Ansammlung von Talg. Die Folge ist Haarausfall.

Man unterscheidet je nach Ausdehnung zwischen verschiedene Formen.

Bei der lokalisierten Form (siehe linkes Bild), die besonders bei jugendlichen oder "pubertierenden" Tieren auftritt, kommt es zu Schuppenbildung und eventuell Juckreiz vor allem am Kopf.

 

 

 

 

Bei der generalisierten Form (siehe linkes Bild) ist eine Blutvergiftung und selten auch ein tödlicher Verlauf möglich. Oft kommt es zusätzlich zu Komplikationen durch bakteriellen Infektionen.

 

 

 

 

Wie können Sie vorbeugen?

Hündinnen mit Demodikose sollten aufgrund der Ansteckungsgefahr für die Welpen nicht zur Zucht verwendet werden. Rüden wegen ihrer erblichen Veranlagung auch nicht.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Befall mit Haarbalgmilben. Die Behandlung der Demodikose verfolgt mehrere Ziele. Als erstes wird eine Therapie verordnet, die die Milben abtöten soll. Dieses kann entweder durch spezielle Bäder oder durch die Gabe von Medikamenten über das Futter geschehen. Ein in Deutschland zugelassene Medikament zur Behandlung der Demodikose heißt Ectodex (Amitraz). Die Lösung muß alle 5-7 Tage auf die befallenen Hautbezirke aufgetragen werden und wird nicht ausgespült. Es gibt neuere und wirksamere Behandlungsmethoden mit Medikamenten der Klasse der Avermectine und der Milbemycine, die eingegeben oder mit der Spritze verabreicht werden können. Diese Medikamente sind aber einerseits nicht offiziell für die Behandlung der Demodikose beim Hund zugelassen, andererseits gibt es verschiedene Rassen wie Collie, Sheltie, Bobtail, Australian Shepherd und deren Mischlinge, welche einige dieser Medikamente sehr schlecht vertragen können.

Der Therapieplan muß für jedes Tier individuell angepasst werden. So ist bei einigen Tieren der zusätzliche Einsatz von Antibiotika und medizinischen Shampoos angebracht. Der zweite Gesichtspunkt, der bei der Therapie bedacht werden muß, bezieht sich auf zusätzlich bestehende Erkrankungen. Der Verlauf der Demodikose und die Behandlung der befallenen Tiere können langwierig sein und sich über mehrere Monate hinziehen. Eine regelmäßige Therapiekontrolle ist von großer Wichtigkeit für eine erfolgreiche Behandlung. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.